Regeländerungen 2022/2023 ab 01.07.2022

Information zu den aktuellen Regeländerungen

Im Folgenden sind die wichtigsten Änderungen/Klarstellungen mit einer jeweiligen
Erklärung aufgeführt.

Regel 3 – Spieler: zusätzliche Auswechslungen bei Elitewettbewerben

  1. Anzahl Auswechslungen
    Offizielle Wettbewerbe
    Die maximal zulässige Anzahl Auswechslungen bei offiziellen Wettbewerben wird von der FIFA, der Konföderation oder dem nationalen Fußballverband festgelegt und darf fünf nicht übersteigen. Bei Männer- und Frauenwettbewerben, an denen die ersten Teams von Vereinen der höchsten Liga oder A-Nationalteams teilnehmen und bei denen gemäß Wettbewerbsbestimmungen bis zu fünf Auswechslungen zulässig sind, hat jedes Team:
    • maximal drei Auswechselgelegenheiten*,
    • in der Halbzeitpause eine zusätzliche Gelegenheit für Auswechslungen.
    *Nehmen beide Teams gleichzeitig eine Auswechslung vor, gilt dies als jeweils eine genutzte Auswechselgelegenheit pro Team. Bei mehreren Auswechslungen (oder Anfragen) eines Teams während derselben Spielunterbrechung gilt dies als eine genutzte Auswechselgelegenheit.
    Verlängerung
    • Schöpft ein Team sein Kontingent an Auswechslungen und/oder Auswechselgelegenheiten während der regulären Spielzeit nicht aus, wird dieses auf die Verlängerung übertragen.
    • Wenn die Wettbewerbsbestimmungen den Teams in der Verlängerung eine zusätzliche Auswechslung gewähren, erhält jedes Team eine zusätzliche Auswechselgelegenheit.
    • Auswechslungen dürfen auch vor Beginn der Verlängerung und in der Halbzeitpause der Verlängerung vorgenommen werden. Dabei wird das Kontingent an Auswechselgelegenheiten nicht belastet.

Erklärung
Die vorübergehende Änderung von Regel 3, die Wettbewerben, an denen die ersten Teams von Vereinen der höchsten Liga oder A-Nationalteams teilnehmen, die Möglichkeit bietet, pro Team und Spiel bis zu fünf Auswechslungen (bei begrenzten Auswechselgelegenheiten) zuzulassen, wird definitiv in Regel 3 aufgenommen.

Regel 8 – Beginn und Fortsetzung des Spiels: Münzwurf des Schiedsrichters

  1. Anstoß
    Ausführung
    • Der Schiedsrichter wirft eine Münze. Das Team, das den Münzwurf gewinnt, (…)

Erklärung
Der Münzwurf zur Bestimmung der Seitenwahl und des Anstoßes ist Aufgabe des Schiedsrichters. Zudem wird der Wortlaut jenem in Regel 10 angepasst.

Regel 10 – Bestimmung des Spielausgangs: Teamoffizielle

Elfmeterschießen
Auswechslungen und Feldverweise während des Elfmeterschießens
• Ein Spieler, Auswechselspieler, ausgewechselter Spieler oder Teamoffizieller darf verwarnt oder des Feldes verwiesen werden.

Erklärung
Bestätigung, dass ein Teamoffizieller während des Elfmeterschießens verwarnt oder des Feldes verwiesen werden kann.

Regel 12 – Fouls und sonstiges Fehlverhalten: Handspiel des Torhüters

Disziplinarmaßnahmen
Verhindern eines Tors oder Vereiteln einer offensichtlichen Torchance
Wenn ein Spieler ein Tor oder eine offensichtliche Torchance des Gegners durch ein Handspielvergehen vereitelt, wird er unabhängig vom Ort des Vergehens des Feldes verwiesen (mit Ausnahme des Torhüters im eigenen Strafraum).

Erklärung
Da der Verweis auf Handspielvergehen im Abschnitt „Verhindern eines Tors oder Vereiteln einer offensichtlichen Torchance“ in Regel 12 so ausgelegt werden konnte, dass ein Torhüter für ein Handspielvergehen im eigenen Strafraum des Feldes verwiesen wird, wurde die im Abschnitt „Feldverweiswürdige Vergehen“ in Regel 12 genannte Einschränkung ergänzt

Regel 12 – Fouls und sonstiges Fehlverhalten: Verlassen des Spielfelds zwecks eines Vergehens gegen eine Drittperson

  1. Spielfortsetzung nach Fouls und sonstigem Fehlverhalten
    (…)
    Wenn der Schiedsrichter das Spiel aufgrund eines Vergehens eines Spielers inner- oder außerhalb des Spielfelds gegen eine Drittperson unterbricht, wird das Spiel mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt, es sei denn, das Vergehen wird mit einem indirekten Freistoß geahndet, weil der Spieler das Spielfeld ohne die Erlaubnis des Schiedsrichters verlassen hat. Der indirekte Freistoß wird an der Stelle auf der Begrenzungslinie ausgeführt, an der der Spieler das Spielfeld verlassen hat.

Erklärung
Gemäß Regel ist klar, dass ein Vergehen gegen eine Drittperson nicht mit einem Freistoß geahndet wird. Wenn jedoch ein Spieler das Spielfeld ohne die Erlaubnis des Schiedsrichters verlässt und dann ein solches Vergehen begeht, während der Ball im Spiel ist, wird wegen Verlassens des Spielfelds ohne die Erlaubnis des Schiedsrichters auf indirekten Freistoß an der Stelle auf der Begrenzungslinie entschieden, an der der Spieler das Spielfeld verlassen hat.

Regel 14 – Strafstoß: Position des Torhüters

Ausführung
(…) Bei der Ausführung des Strafstoßes muss sich der Torhüter mindestens mit einem Teil eines Fußes auf, über oder hinter der Torlinie befinden.

Erklärung
Bislang musste sich der Torhüter zum Zeitpunkt der Ausführung eines Strafstoßes (oder Elfmeters) mindestens mit einem Teil eines Fußes auf oder über der Torlinie befinden. Wenn sich der Torhüter mit einem Fuß vor und dem anderen hinter der Torlinie befindet, handelt es sich bisher eigentlich um ein Vergehen, auch wenn sich der Torhüter keinen unfairen Vorteil verschafft. Der neue Wortlaut soll verhindern, dass eine solche Position geahndet wird.

Anwendung bzw. Auslegung im Bereich Persönliche Strafen und Abseits

Reduzierung bei Persönlichen Strafen
Dies gilt nur für taktische Vergehen wie Notbremse und Verhinderung eines vielversprechenden Angriffs (DOGSO + SPA)

Vergehen, die aufgrund der Schwere des Vergehens (rücksichtlose oder brutale Spielweise) eine Karte erfordern, bleiben davon unbetroffen. Bei taktischen Vergehen reduziert sich jedoch die Persönliche Strafe bei:
a) einer ballorientierten Aktion im Strafraum
b) bei der Anwendung des „quick free kicks“
c) bei einem Vorteil.
Kommt es jetzt zu einer Doppelung, das heißt das zwei der genannten Möglichkeiten zutreffen, dann erfolgt auch eine doppelte Reduzierung.

Beispiel:
Ein Spieler dringt in den Strafraum ein und hat nur noch den Torwart vor sich. Beim Versuch ihn zu umspielen, bringt ihn der Torhüter durch ein ballorientiertes Beinstellen zu Fall. Damit verhindert der Torhüter eine eindeutige Torchance. Bevor der Schiedsrichter jedoch pfeifen kann und auf Strafstoß entscheidet, springt der Stürmer auf, spielt weiter und erzielt ein Tor.
Entscheidung: Der Schiedsrichter entscheidet auf Vorteil; Tor.
Erklärung: Von der eigentlichen Notbremse bleibt durch die Ballorientierung nur noch eine Gelbe Karte übrig, die jedoch durch den dann gewährten Vorteil auch reduziert wird. Somit ist neben dem Anstoß keine weitere Persönliche Strafe durch diese doppelte Reduzierung mehr erforderlich.

Auslegung bei Abseits
Dies betrifft das Spielen des Verteidigers.

Bekanntlich löst ein Spielen des Verteidigers eine strafbare Abseitsstellung auf und der Stürmer erzielt ein reguläres Tor. Bislang sprachen wir von einem Spielen immer dann, wenn es eine bewusste Aktion darstellt. Dabei musste es sich um eine klare Bewegung zum Ball handeln. Diese musste mehr als ein Blocken sein. Der Fuß durfte nicht nur in die Schussbahn gestellt werden, sondern er musste eindeutig zum bereits gespielten Ball geführt werden. Dies konnte auch auf einen Kopfball zutreffen.

Jetzt wurde dies jedoch mit dem Zusatz „in a controlled manner“, das heißt „in einer kontrollierten Art und Weise“, ergänzt.
Was ist darunter zu verstehen?
Kontrolliert bedeutet, der Abwehrspieler ist unbedrängt, nicht in einem Zweikampf befindlich und spielt den Ball auch nicht in einer Abwehraktion „in höchster Not“. Zudem muss beim kontrollierten Spielen eine deutliche Richtungsänderung des Balles erkennbar sein. Ansonsten wäre es nur ein Abfälschen bzw. lediglich ein Berühren des Balles und dies wird nicht als kontrolliertes Spielen bewertet. Bei dieser Auslegung geht es nur um den Verteidiger, da bei einem Stürmer ja bekanntlich jede Berührung zu einer neuen Abseitsbewertung führt.

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