Schlagwort-Archive: Pfiff der Woche

Eine hochinteressante „100“

Mainz/Hamburg. Der Fußball lebt von Toren und möglichst attraktiven Spielzügen, welche zu jenen führen. Irgendwelcher Firlefanz ist in diesem Sport nicht vorgesehen – und das hat dem Fußball weltweit gut getan. So verbietet das Regelwerk beispielsweise aus guten Gründen, dass Akteure während einer Partie politische, religiöse oder sonstige Botschaften, auch persönliche, verbreiten. Auch zu ausgiebige, zeitvergeudende Torjubel, die früher manchmal länger dauerten als die Zeit, in der Bayerns Robert Lewandowski fünf Treffer macht, ist untersagt. […]

Source: Pfiff der Woche von Marco Haase

Fünf Aspekte zur Gelben Karte von Berlin

Spielanalyse kompakt von Marco Haase:

Berlin/Bremen. Schiedsrichter Sascha Stegemann hat mit seiner genauso richtigen wie notwendigen Gelben Karte gleich Mehreres erreicht:

  • Der 30-jährige Diplom-Verwaltungswirt aus Niederkassel, in seinem zweiten Jahr im Fußball-Oberhaus dabei, setzt das Regelwerk um. Die einschlägige Regel 12 ist eindeutig: Wer sich so verhält, wie Clemens Fritz, muss verwarnt werden.
  • Die Gelbe Karte zeigt, dass Kapitäne keine Sonderrechte genießen.
  • Sascha Stegemann setzt in diesem Spiel zum richtigen Zeitpunkt ein Zeichen. Mit dieser „Persönlichen Strafe“, wie die Karten Gelb, Gelb/Rot, und Rot im Fachjargon genannt werden, macht der DFB-Referee allen anderen Akteuren klar: Hier ist eine Grenze überschritten worden, und das wird im Sinne des Fußballsports nicht toleriert. Und das erfolgreich. Nicht nur Clemens Fritz reißt sich danach am Riemen, die übrigen Spieler beider Mannschaften ebenso.
  • Die 60. Spielminute von Berlin ist insofern eine wichtige Schlüsselszene mit Auswirkung auf den weiteren Spielverlauf. Direkter Freistoß plus Gelb sind eine maßgebliche Voraussetzung mit dafür, dass die Partie zwischen Hertha und Werder normal zu leiten bleibt. Wenn der Unparteiische solche Schlüsselszenen verpasst, wird eine Begegnung oft schwieriger zu leiten.
    Beispiel Sinsheim, das sehenswerte Spiel zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und Bayern München: Referee Tobias Stieler (Hamburg) leitet insgesamt nicht schlecht. Bis zur 64. Minute gibt es keine einzige „Persönliche Strafe“ – danach bis zum Schluss sage und schreibe sieben Karten (sechsmal Gelb, einmal Gelb/Rot). Der 34-jährige FIFA-Referee ist professionell genug, sich kritisch zu hinterfragen, ob eventuell in der einen oder anderen Schlüsselszene zuvor ein Zeichen notwendig gewesen wäre, womit diese Vielzahl an Karten gegen Ende der Partie hätte vermieden werden können.
  • Schiedsrichter Sascha Stegemann trägt mit seiner Verwarnung gegen Clemens Fritz zur Attraktivität des Fußballsports bei und handelt, hoffentlich, beispielgebend für alle übrigen Unparteiischen, die – egal in welcher Spielklasse – Woche für Woche unterwegs sind. Großzügigkeit bei Unsportlichkeiten ist in einer Zeit, in der viel von Fairplay und Gewaltprävention gesprochen wird, völlig fehl am Platze.

Quelle: Pfiff der Woche – az-online.de

Hellwach in den Schlüsselszenen

Juve – Barca: Warum Cüneyt Çakir im spannenden CL-Finale lediglich drei Verwarnungen benötigt

FIFA-Referee Cüneyt Çakir (38/links) aus Istanbul leitet die schwierige Partie zwischen Juventus Turin und dem FC Barcelona (1:3) gut. In der 71. Minute allerdings liegt sein Torrichter, FIFA-Schiedsrichter Hüseyin Göçek, ebenfalls aus Istanbul, bei der Bewertung des Handspiels von Neymar nicht richtig.
So auch für Cüneyt Çakir, den 38-jährigen FIFA-Referee aus Istanbul, der die nicht einfache Partie zwischen Juventus Turin und dem FC Barcelona (1:3) trotz manch kniffliger, emotional aufgeladener Szene jederzeit im Griff behält.

Çakir, seit neun Jahren international im Einsatz (siehe “Pfiff der Woche” vom 11. Juni 2014) und auch im vergangenen Jahr bei der WM in Brasilien im Einsatz, hat in den für jede Spielleitung entscheidenden Szenen das richtige Gespür.

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Nase an Nase mit dem Mannschaftskapitän

Warum es in der Münchener Allianz-Arena zu einer denkwürdigen Begegnung zwischen Referee und Spieler kommt

München. Wenn sich Schiedsrichter Knut Kircher heute, mit etwas Abstand, die 77. Minute seiner Spielleitung der Begegnung TSV 1860 München gegen Holstein Kiel noch einmal in Ruhe anschaut, wird er sich erschrecken, und zwar vor sich selbst.

Eben ist der 60er Kapitän Christopher Schindler im Kieler Strafraum zu Boden gegangen, zu plump und mitnichten strafstoßwürdig. Schindler schimpft wie ein Rohrspatz – und dann passiert etwas, was einem Unparteiischen niemals passieren darf: Kircher platzt der Kragen.

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