Ehrung für 50-jährige Schiedsrichtertätigkeit: Der Kreisschiedsrichterobmann Marcin Kuczera ehrt Joachim Rustenbeck (rechts) mit dem silbernen Fußballschuh. Foto: Burghard Neumann

Rustenbeck hängt die Pfeife an den Nagel

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Fußball: Seit 50 Jahren ist der Duinger Joachim Rustenbeck als Schiedsrichter tätig

Ehrung für 50-jährige Schiedsrichtertätigkeit: Der Kreisschiedsrichterobmann Marcin Kuczera ehrt Joachim Rustenbeck (rechts) mit dem silbernen Fußballschuh. Foto: Burghard Neumann
Ehrung für 50-jährige Schiedsrichtertätigkeit: Der Kreisschiedsrichterobmann Marcin Kuczera ehrt Joachim Rustenbeck (rechts) mit dem
silbernen Fußballschuh. Foto: Burghard Neumann

Duingen (bn). Auf sämtlichen Sportplätzen des NFV-Kreises Hildesheim, aber vorwiegend im Altkreis Alfeld, ist er kein Unbekannter. Als zuverlässiger Unparteiischer ist er bei vielen Mannschaften beliebt und genießt den Respekt der Vereins-funktionäre. Besonders zu Pokal- und Freundschaftsspielen wurde er als gern gesehener Spielleiter immer wieder eingeladen. Die Rede ist von Joachim Rustenbeck aus Duingen, der nach 50-jähriger aktiver
Schiedsrichtertätigkeit seine Pfeife an den berühmten Nagel gehängt hat.
„Wieviel Spielleitungen kommen in 50 Jahren zusammen?“, wurde er gefragt. „Wenn ich alle Knaben-, Jugend-, Damen-, Herren, Altherren und Alt-Seniorenspiele – oft bis zu drei Spiele an einem Wochenende – und die Linienrichtereinsätze zusammenzähle, kommt schon eine stattliche Zahl zusammen“, erwiderte er. Festlegen will sich Rustenbeck nicht.
„Aber die Zahl der Spiele ist nicht entscheidend. Das Wichtigste für mich war, jedes Spiel ernst zu nehmen und ohne Probleme über die Bühne zu bringen“, fügte er hinzu. Bei ihm war die Schiedsrichtertätigkeit schon eine Leidenschaft. Offenheit, Humor, Ruhe bewahren und das stete Bemühen um Neutralität waren Tugenden, die von allen Spielern und Vereinsfunktionären geschätzt wurden, ist seine Einschätzung.
Seine Schiedsrichterprüfung bestand er 1962 und leitete zunächst in den unteren Kreisklassen. Durch gute Leistungen war ein baldiger Aufstieg vorgezeichnet. „Nach einem schweren Verkehrsunfall 1973 reichte es als Schiri nur noch bis zur Kreisliga und als Linienrichter bis zur Landesliga“, meint er.
Offiziell verabschiedet wurde der 77-jährige durch den Kreisschiedsrichterobmann Marcin Kuczera bei seinem letzten Spiel der Ü40-Altsenioren zwischen SC Duingen und dem SV Betheln/Eddinghausen. Auch hier erwies
sich Rustenbeck als souveräner Spielleiter. Die Begegnung endete mit 1:2 Toren.
Doch zuvor wurde er für sein unermüdliches Wirken und 50-jährige Mitgliedschaft in der Hildesheimer Schiedsrichtervereinigung durch Kuczera und Roman Steinbarth von der Schiri-Vereinigung mit dem silbernen Fußballschuh ausgezeichnet.
„Ich habe viel erlebt in dieser Zeit und kann eine Menge erzählen“, bestätigt der scheidende Referee. Gern erinnert er sich an das Freundschaftsspiel zwischen einer Einbecker Stadtauswahl und dem damaligen Bundesligisten Eintracht Braunschweig mit Paul Breitner im Jahre 1977, in dem er als Linienrichter eingesetzt wurde. Ihm war es auch  zu verdanken, dass eine Schiedsrichtermannschaft gegründet wurde. An die vielen erfolgreichen Pokalturniere erinnert sich Rustenbeck besonders gern. Der Höhepunkt in dieser Zeit war der Gewinn des Wanderpokals des Kreises Lehrte.

J. Rustenbeck Verabschiedung 2012
J. Rustenbeck Verabschiedung 2012 mit Mannschaften

„Die gute Kameradschaft in der damaligen Schiedsrichter-vereinigung Alfeld unter ihrem Vorsitzenden Herbert Marks war beispielhaft“, lobt Rustenbeck. Der Zusammenhalt war so groß, dass die Familien der Schiedsrichter immer dabei waren. Einen Beweis seines Humors gibt er noch zum Besten: Anlässlich eines Jubiläums des TSV Brüggen im Jahre 1983 wurde Rustenbeck zu einem Einlagespiel mit zwei Frauenteams eingeladen. Vor dem Spiel wurde er geschminkt und lief als „Schiedsrichterin“ auf. Die Zuschauer bewunderten die strammen Oberschenkel der „Schiedsrichterin“. Das Gelächter nach dem Schlusspfiff war groß, als er sich Perücke und Sonnenbrille abnahm.

Aufgrund seiner Erfahrung und seines Engagements wurde der Duinger in den Schiedsrichterausschuss des Altkreises Alfeld gewählt. Bis zur Gebietsreform 1979, bei der sich die Kreise Alfeld und Hildesheim zum NFV-Kreis Hildesheim zusammenschlossen, hatte Rustenbeck mehrere Jahre die Presse- und Lehrarbeit übernommen. Auch nach der Gebietsreform war Rustenbeck noch einige Jahre als Kreisschiedsrichterlehrwart tätig. Viele alte Zeitungsausschnitte sind Zeugen seiner langjährigen Arbeit im Schiedsrichterwesen.
Zu gut kennt er auch die Sorgen und Nöte der Vereine. Bis zu seinem Entschluss, das Schiedsrichteramt im Jahre 1962 zu bekleiden, war er erster Vorsitzender des TSV Eimsen/Wettensen und später zweiter Vorsitzender und Kassenwart bei Rot-Weiß Alfeld. In Anerkennung seiner unermüdlichen Arbeit für den Fußball wurde der Duinger mit der goldenen Ehrennadel des Kreises Alfeld ausgezeichnet, denn eines steht fest: Rustenbeck hat sich im Fußballsport große Verdienste erworben.

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