Merk beendet am Saisonende seine Karrier

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Der dreimalige Weltschiedsrichter Dr. Markus Merk wird nach der laufenden Bundesliga-Saison seine Karriere als Referee beenden. “Jetzt ist für mich der ideale Zeitpunkt, eine tolle Zeit zu beenden, ohne dass negative Momente die Positiven überdecken”, begründete der 46-Jährige in der Rheinpfalz seinen geplanten Rückzug.

Volker Roth, Vorsitzender des DFB-Schiedsrichterausschusses, nahm die Ankündigung wehmütig auf. “Das ist bedauerlich und ein großer Verlust für uns. Markus Merk hat durch
seine außerordentlichen Leistungen, sein Durchsetzungsvermögen und seine Persönlichkeit bestochen”, lobte Roth die Charakterstärke des abtretenden Merks.

In Erinnerung wird er Profis, Trainern und Fans als der konsequente Doktor Merk bleiben, der mal auf eine verbindliche, mal auf eine autoritäre Art und Weise die Dinge auf dem Feld regelte. Und dies auf nationaler wie auch internationaler Bühne, auf der Merk aufgrund der dortigen Altersgrenze letztmals im November 2007 stand.

Für die Ausscheidungskriterien hat der zweimalige WM-Teilnehmer, der bislang 334 Bundesligapartien und insgesamt 50 Länderspiele geleitet hat, noch immer kein Verständnis. Merk: “Eine feste Altersgrenze ist paradox. Das empfinde ich als Diskriminierung. Ich könnte den jetzigen Test zweimal hintereinander absolvieren, so fit bin ich.”

Seine ganze Energie will der Hobby-Triathlet fortan seinen Management-Seminaren widmen, die er seit dem Verkauf seiner Zahnarztpraxis 2004 als Referent leitet. An einem Themenschwerpunkt seiner Vorträge lässt sich die besondere Verbundenheit Merks zum
Pfeifen erkennen – er lautet “Sicher entscheiden”. Auch das große Engagement für sein Hilfsprojekt “Indienhilfe”, das sich der Errichtung und Betreuung von Schulen, Waisenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen im südindischen Sogospatty widmet, möchte Merk beibehalten.

Merk hatte 2004, 2005 und zuletzt 2007 die Wahl zum Weltschiedsrichter gewonnen. Seit 1984 war der passionierte Ausdauersportler als DFB-Referee tätig, seit 1988 als
Unparteiischer in der Bundesliga.

Die Teilnahmen an den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 sowie den Europameisterschaften 2000 und 2004, bei der er das Finale zwischen Griechenland und Portugal (1:0) pfiff, gehörten zu den Höhepunkten in der Karriere des sechsmaligen DFB-Schiedsrichter des Jahres, der 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona auflief. 2003 leitete Merk zudem das Champions-League-Finale zwischen dem AC Mailand und Juventus Turin (3:2 n.E.) in Manchester.

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