Archiv der Kategorie: NFV-Infos

NFV-Schiedsrichter fit für Futsal

“Futbal de Sala” – mehr als nur eine Mode-Erscheinung – Zweiter Verbands-Lehrgang in Barsinghausen mit viel Resonanz

Futsal-Verbandslehrgang 2012
Futsal-Verbandslehrgang 2012

Die Mischung machte es bei diesem hochinteressanten Lehrgang aus – sowohl, was die Teilnehmer betraf, als auch das anspruchsvolle Programm. Zum zweiten Verbands-Lehrgang für Futsal-Schiedsrichter reisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Niedersachsen in die Sportschule des NFV nach Barsinghausen. Und darunter waren alle Generationen vertreten, die künftig im immer beliebter werdenden Futsal-Bereich eingesetzt werden: Schiedsrichter im Alter von 15 bis 50 Jahren, Jung-Schiedsrichter, Unparteiische, die schon 20 Jahre dabei sind, und natürlich auch Referees, die bereits Futsal-Erfahrung haben.

Der Lehrgang begann mit der Geschichte des “Futbal de Sala” in der FIFA und im DFB und behandelte dann das aktuelle Regelwerk. Hier gab’s auch für die “alten Hasen” viel Neues zu erfahren: Von taktischen Tipps und Tricks bis zum nötigen Augenmerk während der Spielleitungen: Die Lehrgangsleiter Marcus Schierbaum (TuS Hasede) und Michael Ackermann (SV Friedrichsfehn) berücksichtigten in ihrem Programm auch und gerade die Anregungen und Wünsche der Teilnehmer. Sehr positiv wurde die Nachricht aufgenommen, dass Futsal im DFB auch in Zukunft ausgebaut und beispielsweise in zwei Jahren auch bei den B-Junioren der Futsal-Cup ausgespielt werden soll.

Neben der Schulung der Regelkenntnis stand die Praxis im Mittelpunkt der drei Tage: So leiteten die Schiedsrichter eine Reihe von Spielen, immer mit einem Coach an der Seite, der in wichtigen Situationen eingriff und das taktisch kluge Vorgehen erläuterte. Übrigens haben die Teilnehmer dabei die benötigten Hilfslinien für die Wechselzonen, Abstandsmarken beim Eckstoß sowie der Zehn-Meter-Strafstoßmarke selbständig angebracht – und daher war es verständlich, dass sich die Unparteiischen nach diesem umfangreichen Praxisteil die Erholung redlich verdient hatten. Am Ende des Kursus sprachen sich alle Teilnehmer dafür aus, dass dieser Lehrgang auch künftig stattfinden und möglichst auch ausgeweitet werden solle, um die Qualität der Schiedsrichter im Futsal-Bereich zu sichern und der zunehmenden Bedeutung des Futsal im Hallenfußball gerecht zu werden. Auch die Ausweitung des Futsals auf das jährlich stattfindende, traditionelle Jung-Schiedsrichter-Turnier wurde vorgeschlagen. Und noch eine Botschaft ging vom Lehrgang aus: Die Regeln sollten flächendeckend konsequent eingehalten und nicht regional verändert werden.

Intern. Spielleitungen niedersächsischer Schiedsrichter

Michael Weiner
Michael Weiner

FIFA-Schiedsrichter Florian Meyer aus Burgdorf leitet am Freitag, den 12. Oktober, das WM-Qualifikationsspiel in der Gruppe A zwischen den britischen Mannschaften Wales und Schottland. Meyers Assistenten sind Holger Henschel (Braunschweig) und Christoph Bornhorst (Damme). Michael Weiner aus Ottenstein ist der vierte Offizielle. Anstoß im Cardiff City Stadium zu Cardiff ist um 20.45 Uhr (MESZ).

Nds. Frauenpokal leitet Lara Kompa

Lara Kompa leitet Frauenfinale
Lara Kompa leitet Frauenfinale

Der ESV Fortuna Celle und VfL Wolfsburg II bestreiten am Sonntag, 3. Juni, das 39. Finale um die Niedersächsische Frauenpokalmeisterschaft. Anstoß der Begegnung im Barsinghäuser August-Wenzel-Stadion ist um 14 Uhr.

Nur zwei Wochen nach dem 6:1-Erfolg im Frauenmeisterschaftsfinale über Heidekraut Andervenne wollen die von Petra Damm trainierten Wolfsburgerinnen an gleicher Stelle nun auch das Double perfekt machen. In ihren 22 Saisonspielen in der Oberliga Ost gaben die VfLerinnen nicht einen Punkt ab, bezwangen u.a. das zweitplatzierte Team aus Celle daheim mit 3:1 und siegten bei der Fortuna mit 7:4. Nach der Staffelmeisterschaft in der Oberliga Ost, dem NFV-Meistertitel und dem Aufstieg in die Frauen-Regionalliga Nord wäre der Pokalsieg nun das i-Tüpfelchen auf die Erfolgssaison der „Wölfinnen“. Doch die von Klaus Much trainierte Mannschaft von ESV Fortuna Celle hat noch eine Rechnung mit dem Gegner aus Wolfsburg offen, will sich für die in der Liga erlittenen Niederlagen revanchieren und dem Favoriten einen Strich durch die Rechnung machen.

Nancy Ibe-Mannchen assistiert im Frauenfinale
Nancy Ibe-Mannchen assistiert im Frauenfinale

Schiedsrichterin des Endspiels ist Lara Kompa. Der 25-jährigen Hildesheimerin stehen als Assistentinnen Nancy Ibe-Mannchen (Bad Salzdetfurth) und Elke Harmening (Rodenberg) zur Seite. Die Siegerehrung wird beim Pokalfinale vorgenommen von NFV-Vizepräsident Egon Trepke, der Vorsitzenden des Verbands-Frauen- und Mädchenausschusses, Karen Rotter, und NFV-Pokalspielleiterin Gabriele Immerthal. Der Sieg im Pokalwettbewerb des NFV ist dotiert mit einer Prämie in Höhe von 500 Euro, während der unterlegene Finalist 250 Euro erhält.

Norddeutsche SR international aktiv

Stark leitet Europa-League-Finale

Schiedsrichter des Europa-League-Finales: Wolfgang Stark  © Bongarts/GettyImages

Schiedsrichter des Europa-League-Finales: Wolfgang Stark

Große Ehre für FIFA-Schiedsrichter Wolfgang Stark aus Ergolding: Der deutsche Schiedsrichter des Jahres 2009/2010 ist von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) für das Endspiel der Europa League am Mittwoch in Bukarest in Bukarest zwischen Athletic Bilbao und Atlético Madrid als Spielleiter nominiert worden.

Unterstützt wird Stark an den Seitenlinien von Jan-Hendrik Salver (Stuttgart) und Mike Pickel (Mendig). Als weitere Schiedsrichterassistenten kommen Florian Meyer (Burgdorf) und Deniz Aytekin (Oberasbach) zum Einsatz.

Weiner, Zwayer und Brych vor EURO 2012 im Einsatz

FIFA-Schiedsrichter Michael Weiner aus Giesen ist am 26. Mai als Spielleiter beim Länderspiel zwischen Norwegen und England im Ullevaal Stadion in Oslo im Einsatz. Christoph Bornhorst (Damme) und Holger Henschel (Braunschweig) sind als Schiedsrichterassistenten dabei.

Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) leitet am 1. Juni 2012 das Länderspiel zwischen Österreich und der Ukraine in Innsbruck. Assistieren werden ihm an der Seitenlinie Markus Häcker (Waren/Müritz) und Guido Kleve (Nordhorn).

Kurz vor dem Beginn der Europameisterschaft kommt FIFA-Schiedsrichter Dr. Felix Brych aus München beim Länderspiel zwischen Schweden und Serbien am 5. Juni in Solna/Schweden zum Einsatz. An seiner Seite werden Guido Kleve (Nordhorn) und Marco Achmüller (Bad Füssing) assistieren.

Pfiff der Woche von Marco Haase

Zwei mutige Männer auf dem Kiez

Uelzen/Hamburg – von Marco Haase. Die Szene des Spieltags in der Englischen Woche passiert nicht im Fußball-Oberhaus, sondern in der Zweiten Liga beim knappen Heimsieg der St. Paulianer gegen Union Berlin (2:1) – im Stadion live dabei auch wieder viele AZ-Sport-Leser.

In der 81. Minute köpft Kiez-Stürmer Marius Ebbers den Ball zum vermeintlichen 2:1 ins Berliner Tor. Bundesliga-Schiedsrichter Tobias Welz von der SpVgg Nassau Wiesbaden will den Treffer zunächst geben. Aber es ging vor dem Tor nicht alles mit rechten Dingen zu, wie auch der eine oder andere Berliner Verteidiger im Gegensatz zum Unparteiischen-Team gesehen hat. Ebbers hatte den Ball nicht mit dem Kopf, sondern vor allem mit der Hand in die Maschen gedrückt, und das war kein unabsichtliches Handspiel. Die Spieler von „Eisern Union“ sind erbost, und das zeigen sie auch – gegenüber dem „Schlitzohr“ Ebbers, gegenüber dem Schiedsrichter-Assistenten und gegenüber Schiedsrichter Tobias Welz: „Das war doch Hand!“

Daraufhin tut Tobias Welz, der seit 2004 in der zweiten und seit 2010 in der Ersten Liga als Schiedsrichter im Einsatz ist, genau das, was man in Ausnahmefällen vor wichtigen Entscheidungen durchaus machen kann und sollte: Der Polizeibeamte fragt Ebbers, ob die Behauptung aus dem Lager des Kultclubs aus Berlin-Köpenick stimmt. Der 34-jährige DFB-Referee verhält sich damit in dieser Situation, in der Rudelbildungen und Unsportlichkeiten drohen, taktisch sehr klug und beweist Mut. Den hat auch Ebbers: Er gibt sein Vergehen, natürlich auch unter dem öffentlichen Druck, zu – eine Szene, die man trotzdem gar nicht oft genug zeigen kann. Auf einmal steht am Millerntor zumindest für einige Augenblicke all das im Mittelpunkt, was im Fußballsport immer wieder gefordert wird: sportliche Fairness. Die Aufstiegschancen des FC St. Pauli, der damit verbundene finanzielle Druck, das ansonsten im Profifußball oft vorherrschende Motto „Der Zweck heiligt die Mittel“ – alles ist für einen Moment vergessen.

Soweit, so gut – aber auch regeltechnisch ist die Szene hochinteressant. Kann der Schiedsrichter einfach „das Tor zurücknehmen“? Er kann, denn das Spiel auf St. Pauli ist noch nicht fortgesetzt worden; das heißt, es gab noch keinen Anstoß nach dem Tor. Und solange die Partie noch ruht, kann der Unparteiische eine Entscheidung revidieren. Pech wäre es allerdings gewesen, wenn es schon Anstoß gegeben hätte oder die Begegnung schon zu Ende gewesen wäre. Dann hätte Ebbers alles zugeben können – es wäre zu spät gewesen.

Nächste Frage: Absichtliches Handspiel? Dadurch auch noch ein Tor erzielt? Ist das nicht eigentlich unsportlich? Also gelb? Ja klar, eigentlich ja. Aber wenn der Spieler schon so fair ist, auf Nachfrage zuzugeben, dass sein Tor nicht so ganz korrekt erzielt wurde, dann lässt man als Schiedsrichter ausnahmsweise den Karton stecken. Dass man als Unparteiischer die Spieler fragt, sollte übrigens die Ausnahme und nur auf ganz wenige, spielentscheidende Situationen beschränkt bleiben – zum Beispiel bei Torerzielungen. Wenn man als Referee nach jedem Pressschlag fragt, in welche Richtung der Einwurf wohl gehen muss, ist die Autorität schnell am Ende.

Marco Haase, NFV-Referent
Marco Haase, NFV-Referent

Und auch bei sonstigen Foulspielen sollte der Schiedsrichter grundsätzlich seiner eigenen Wahrnehmung oder der seiner Assistenten vertrauen – hier ist in der Praxis oft auch den beteiligten Spielern nicht klar, wer wo wann das erste Foul begangen hat. Die Verantwortung für die Spielleitung hat im Fußballsport der Unparteiische, so wollen es die Fußballregeln. Und diese Verantwortung kann und sollte der Referee grundsätzlich nicht an die Akteure abtreten – Ausnahmen bestätigen die Regel, zum Beispiel im Fußball-Freudenhaus auf St. Pauli.

Marco Haase vom SV Holdenstedt ist Schiedsrichter-Referent beim Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV). Nach jedem Spieltag in der Fußball-Bundesliga beleuchtet der 41-jährige ehemalige Spitzen-Schiedsrichter exklusiv in der AZ und schonungslos den „Pfiff der Woche“. Haase erklärt, ob sich Fußball-Deutschland zu Recht oder Unrecht über die Schiedsrichterentscheidung aufregt.

Berichterstattung des NDR

Auf nachfolgende Sendung des NDR Fernsehen möchte euch der Verbands-Lehrwart Bernd Domurat aufmerksam machen:

 

ndr fernsehen
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Sportclub Reportage – Schiedsrichter: Ein ganz normaler Samstag

Samstag, 14. April 2012, 17:00 bis 17:30 Uhr

Begleitet werden vier Schiedsrichter an einem für sie ganz normalen Samstag. Profi-Schiedsrichter Florian Meyer gewährt ganz exklusive Einblicke in den Alltag eines Bundesliga-Unparteiischen. Im Kontrast werden Schiedsrichter im Amateur-Bereich begleitet. Eine Frau, die Männer-Spiele pfeift, einen Schiedsrichter-Anfänger und einen jungen Mann, der als Schiedsrichter Karriere machen möchte.

Viele Grüße,
Bernd Domurat